FSB Flash August 2006

 

Sorgfalts- und Meldepflichten, Ordnungssinn und Anstand 

 

Geschätzte Kundinnen und Kunden

 

Mehrere Vorkommnisse (gegenwärtig sind 3 Flugzeuge unfallbedingt nicht flugbereit) und Feststellungen veranlassen uns zu diesem Schreiben:

 

1. HB-PGF

Bei der letzten 50-Stunden-Kontrolle wurde entdeckt, dass das Bugfahrwerk angerissen ist und ersetzt werden muss. Ursache ist/sind mit grosser Wahrscheinlichkeit eine/mehrere harte Landung(en). Von Seiten Piloten und Fluglehrern erfolgten leider keine Berichte über solche Landungen. Es ist ein Glück, dass dank der fälligen 50-Stunden-Kontrolle dieser Mangel entdeckt wurde.

 

Die Reparatur wird etwa 10’000 Franken kosten. Darin nicht berücksichtigt ist der Umstand, dass das Flugzeug in der Hochsaison etwa 2 Wochen nicht zur Verfügung steht.

 

2. HB-LTA

Beim Ausrollen nach der Landung auf dem EAP brach das Bugfahrwerk ein. Pilot und Fluglehrer konnten das Flugzeug aus eigener Kraft und unverletzt verlassen. Der Flughafen musste während einer Stunde bis zur Räumung der Piste geschlossen werden.

In der Werkstatt wurde festgestellt, dass die Bugradbefestigung gerissen war. Ursache ist/sind mit grosser Wahrscheinlichkeit eine/mehrere harte Landung(en). Von Seiten Piloten und Fluglehrern erfolgten leider keine Berichte über solche Landungen. Da keine Routine-Kontrolle fällig war, konnte – im Gegensatz zur PGF – der Mangel nicht entdeckt werden.

Der Schaden ist sehr gross: die Flugzeugnase und die beiden Propeller müssen ersetzt und der Motor kontrolldemontiert werden. Eine erste Schätzung ergibt eine Schadensumme von deutlich über 150’000 Franken! Die Versicherungsprämie wird teurer. Das Flugzeug wird ca. 4 Monate nicht eingesetzt werden können.

Dies ist der dritte Vorfall mit diesem Flugzeug in den letzten 12 Monaten. Damit ist auch erklärbar, warum mit dieser Maschine immer wieder Verluste eingeflogen werden. Dies führt in der Geschäftsleitung bzw. im Verwaltungsrat immer wieder zur Diskussion der Frage, ob die FSB den Betrieb einer eigenen Twin nicht aufgeben soll.

 

3. HB-KOI

Beim Einhangarieren durch den Piloten wurde der Flügel massiv beschädigt. Ursache ist, dass die Hangartore nicht genügend weit geöffnet wurden. Die Reparatur kann nur durch externe Fachleute vorgenommen werden, die extra nach Basel kommen müssen. Der Schaden kann noch nicht genau beziffert werden, er dürfte aber mehrere tausend Franken betragen.

 

4. Ordnungssinn und Anstand

Leider gibt es immer wieder Kunden, denen auf dem Weg zur FSB offenbar der Sinn für Ordnung (und damit für Anstand) abhanden kommt. Anders können wir uns nicht erklären, dass wir in den Flugzeugen Bananenschalen, Schokoladestängel, halbvolle Kaffeebecher, gebrauchte Taschentücher, Einwickelpapier von Esswaren etc. finden und entsorgen dürfen. Offensichtlich gibt es auch immer wieder Benutzer der Toiletten, denen der Gebrauch von WC-Bürsten fremd und nicht vertraut ist. Wir stellen auch fest, dass teilweise in den Flugzeugen und in den Räumen der FSB trotz Rauchverbot geraucht wird.

 

 

Wir wollen und können diese Entwicklungen, welche die Sicherheit, die Finanzen und die Ordnung tangieren, nicht akzeptieren. Wir stellen den Kunden Flugzeuge zur Verfügung, die zwischen 150’000 und 300’000 Franken kosten, und müssen uns darauf verlassen können, dass Mieter und Fluglehrer mit dem Material sachgerecht und sorgfältig umgehen.

Wir beabsichtigen, neue Mietverträge mit festgehaltener Melde- und Sorgfaltspflicht sowie Übernahme- und Abgabeprotokoll zum Flugzeug einzuführen und die Kontrollen bei Rückgabe des Flugzeugs zu verstärken. Kunden, welche sich nicht an die Spielregeln halten wollen, werden wir bitten, Flugzeuge an einem anderen Ort zu mieten.

 

Wir hoffen, dass Sie uns Verständnis entgegenbringen und laden Sie herzlich ein, uns Vorschläge zu machen, was wir nach Ihrer Meinung auch noch tun sollten, um diesen teuren, z.T. gefährlichen und unerwünschten Entwicklungen Einhalt zu gebieten.

 

Mit freundlichen Grüssen

FLUGSCHULE BASEL AG

 

Dieter Spichtin


 

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