FSB Flash Mai 2006

 

Liebe FSBler und –innen 

 

Momentan befinden sich zahlreiche Pilotinnen und Piloten inbezug auf die FSB stimmungsmässig zwischen zustimmend und erbost-ablehnend wegen der Wieder-Einführung von FSB-Checkflügen. Ausserdem kursieren wilde Gerüchte wegen Umfang und Kosten der künftig verschärften Sicherheitsbestimmungen auf dem Euro-Airport. Wir möchten Sie über die Hintergründe, den aktuellen Stand und die Position der FSB zu diesen beiden Themen umfassend informieren. Wir hoffen, mit dieser Information Ihr Verständnis für gewisse Entscheide und Tatbestände zu fördern.

Die FSB Crew Member bezahlen pro Jahr 72.-, d.h. 6.-/Monat.

 

FSB-Checkflüge

Die folgenden Aspekte veranlassten uns über das Thema Gewährleistung der Sicherheit nach zu denken:

1. Mit der Einführung von JAR wurden die Trainingsanforderungen zum Erlangen der PP-Lizenz verschärft. Die Anforderungen zum periodischen Erhalt der Lizenz bzw. des Class Ratings wurden verändert und vor allem reduziert.

2. Infolge JAR, Benzinpreiserhöhungen, komplexer ausgerüsteten Flugzeugen, gesetzlichen Rahmenbedingungen (z.B. TMA Zürich), gestiegenen Versicherungsprämien etc. ist Fliegen in der General Aviation in den letzten Jahren generell teurer geworden.

3. Die PilotInnen reagierten und reagieren darauf häufig mit einer Reduktion des Flugtrainings oder gar mit Aufgabe der Fliegerei. Aus unserer Tätigkeit als Luftpolizei ist klar und offensichtlich: es wird weniger geflogen – und zwar sowohl pro PilotIn als auch total. Immer mehr Verlängerungen bestätigen wir mit nur minimalen Stundenzahlen (das gesetzliche Minimum beträgt 12 Stunden in den 12 Monaten vor Ablauf; wir verlängerten Ausweise mit z.B. 12:04). Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass nicht mehr effektive Flugstunden, sondern Blockstunden massgeblich sind. Auf einem Platz wie LFSB macht die Differenz ohne weiteres 25% aus, d.h. mit 8 Flugstunden und 4 Stunden Rollen und Warten ist man zwar legal, aber wahrscheinlich nicht safe unterwegs.

4. Die Folgen dieser rückläufigen Entwicklung sind mehr fliegerische Vorkommnisse und Unfälle, abnehmende Sicherheit und damit erhöhtes Risiko für PilotInnen, Passagiere und das Flugmaterial. Dies sowie der mengenmässige Rückgang wirken beide verteuernd, die Kosten steigen, die Preise müssen angehoben werden. Die Spirale dreht sich weiter.

5. Die FSB bemüht sich, Ihnen moderne, top ausgerüstete Flugzeuge zur Verfügung zu stellen. Ein „Mittelklasse“-Flugzeug kostet je nach Typ und Ausrüstung bis gegen eine Viertelmillion Schweizer Franken – drei bis fünf Mal so viel wie ein Auto. Das Mieten eines Flugzeuges bei der FSB war und ist viel einfacher als das Mieten eines entsprechenden Autos. Im Gegensatz zu jedem Autovermieter verzichten wir im Vertrauen auf die Kunden auf Kontrollen am Mietende. Umso bedauerlicher ist es, dass wir als Folge unsorgfältigen Umgangs immer wieder kleinere Beschädigungen feststellen müssen, die vermeidbare zusätzliche Kosten verursachen.

6. Unsere Flugzeuge werden sehr gut unterhalten: auf 60 geflogene Minuten kommen bei der FSB 67 Minuten Arbeitsaufwand im Unterhalt. Dazu kommt noch der Aufwand für das Handling. Bei der FSB können Sie in ein modernes, sehr gut gewartetes Flugzeug „einfach einsteigen“. Fliegerische Vorkommnisse, Unfälle aber auch unsachgemässer und unsorgfältiger Umgang mit dem Flugmaterial erhöhen die laufenden Kosten und reduzieren den Wert unserer Flotte.

 

Bis vor einigen Jahren waren Checkflüge bei der FSB üblich und obligatorisch – eine Selbstverständlichkeit. Jedermann und jederfrau hat diese absolviert. Aus Laschheit und wegen der damals schwierigen Kontrollierbarkeit haben wir diese Bedingung einschlafen lassen. Dies war ein Fehler.

 

Aus den oben dargelegten Gründen haben wir als Beitrag zur Sicherheit der Piloten, Passagiere und der Flugzeuge entschieden, Flugzeuge nur noch an PilotInnen zu vermieten, die dank ihrer Erfahrung und ausreichendem Training Gewähr dafür bieten, sicher und verantwortungsbewusst zu fliegen. Um dies umzusetzen, haben wir entschieden, die FSB-Checkflüge als Voraussetzung für die Vermietung auf den 1. Juli 2005 wieder einzuführen. Unsere Instruktoren haben wir auf ihre Verantwortung aufmerksam gemacht und angewiesen, keine PilotInnen auszuchecken, welche die oben skizzierten Anforderungen nicht erfüllen.

 

Unser neues Checkflug-Reglement, das zu einigen Feedbacks und Rückfragen von Kunden geführt hat, ist weniger stringent als z.B. diejenigen von Habsheim oder Birrfeld. Aufgrund berechtigter Kritik haben wir es trotzdem in einigen Punkten nochmals modifiziert. Das Reglement lässt sich wie folgt zusammenfassen:

 

Wenn Sie viel Flugerfahrung und/oder einen ausreichenden Trainingsstand haben, dann genügt ein jährlicher Check. In allen anderen Fällen muss der Check halbjährlich absolviert werden. Bei unseren Heckrad-Flugzeugen und der Seneca darf der Trainingsunterbruch nicht grösser sein als 3 Monate. Sie finden das Reglement am Schluss dieses Dokumentes. Sie sollten Ihren Checkflug vor dem 1. Juli 2005 mit Ihrem Fluglehrer vereinbaren und absolvieren. Der Checkflug wird vom Fluglehrer in Ihrem Flugbuch bestätigt und der Administration mittels eines Chekflugformulars mitgeteilt. Ihr Zugriff auf das Reservationssystem wird dann für die Gültigkeitsdauer freigeschaltet. Ab 60 Tage vor Ablauf informiert sie das System automatisch nach jedem Login über die fällige Erneuerung. Um für Sie eine Duplizität von Checks zu vermeiden, anerkennen wir Revalidations von SEP- und MEP-Classratings und IR-Checks für den FSB-Check. Falls es Ihnen nicht möglich ist, den Checkflug bis Ende Juni zu absolvieren, dann sollten Sie sich vor diesem Termin mit unserer Administration in Verbindung setzen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen gerne auch zur Beantwortung offener Fragen zur Verfügung.

 

Das Checkflugformular finden Sie im Internet unter www.flugschulebasel.ch/Flugplanung/Checkflug als PDF-File. Sie können es vor dem Checkflug herunterladen, Ihre persönlichen Daten eintragen, unterschreiben und zum Checkflug mitbringen.

 

 

Einweisungen auf schwierige Plätze
Wir stellen immer wieder fest, dass PilotInnen, die vor allem ab grösseren Flugplätzen (wie z.B. Basel) operieren, mit dem Anflug auf kleine Plätze Mühe haben und ziemlich gestresst werden können. Aus den bereits unter dem Abschnitt FSB-Checkflüge aufgeführten Gründen verlangen wir deshalb eine Einweisung für den erstmaligen Anflug auf schwierige Plätze in der Schweiz. Sie finden die Details ebenfalls am Schluss dieses Dokumentes.

 

Sicherheitsbestimmungen auf dem Euro-Airport
Wie Sie wissen funktioniert der EAP nach französischem Recht und untersteht der Aufsicht der französischen Behörden. Diese Behörde hat vor einigen Monaten eine Inspektion auf dem Flughafen Marseille gemacht und dabei beträchtliche Sicherheitsmängel festgestellt. Dies hat die Behörde veranlasst, landesweit die massiv verschärften Sicherheitsbestimmungen der EASA (European Aviation Safety Agency) auf den 1.1.2006 durchzusetzen. Davon ist auch der EAP betroffen – und damit auch die General Aviation und die FSB. Vorgeschrieben ist eine totale Absicherung des Flughafens durch bauliche Massnahmen und eine rigorose Zugangskontrolle. Davon sind auch wir inkl. unsere Passagiere betroffen. Was wie ab wann genau passieren wird bzw. soll steht noch nicht definitiv fest. Es lohnt sich deshalb jetzt auch nicht, sich aufzuregen. Sicher ist nur, dass die General Aviation die entstehenden Kosten selber tragen muss und dass dies teuer werden wird. Der Badge als Mittel zum Zutritt wird ebenso erhalten bleiben wie der vorgängig zu besuchende Sicherheitskurs. Die neuen Badges mit Passbild, auf deren Ausstellung durch die französische Polizei die Kunden immer noch warten, sollen im Sommer zur Verfügung stehen. Gut Ding will offenbar Weile haben! Selbstverständlich behalten die älteren Badges bis zu diesem Zeitpunkt ihre Gültigkeit.

 

 

Es war unser Bestreben, Sie zu den angesprochenen Themen ausführlich zu informieren. Ihren Feedback in den letzten Wochen haben wir ernst genommen und haben unsere Absichten überprüft und modifiziert. Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, Ihnen unsere Überlegungen und Entscheide zu erklären und Ihnen das wenig günstige Umfeld zu erläutern, in welchem wir operieren müssen.

 

Über die weiteren Entwicklungen in der FSB und auf dem EAP werden wir Sie auf dem Laufenden halten. Allerdings nicht mehr per Postversand, sondern nur noch per Mail und über unsere Website www.flugschulebasel.ch, weil die Kommunikation per Mail sowohl geschäftlich wie auch privat faktisch zum Standard geworden ist.

 

Wir würden uns freuen, Sie auch künftig als Kundin/Kunden im Kreis der FSBler begrüssen zu können.


 

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